ZIMT – DAS NATURWUNDER

Zimt ist nicht nur Weihnachtszeit, Zimtsterne und Glühwein, nein, Zimt kann viel, viel mehr! Lesen Sie hier über die positiven Eigenschaften, die Pflanze, die Geschichte, Wirkung und Verwendung.

Die positiven Eigenschaften vom Zimt
Zimt riecht einfach gut, es gibt selten jemand, der das Zimtaroma nicht mag. Neben dem Hauch Exotik der Zimt versprüht, fördert er auch ein angenehmes Wohlbefinden. So verwundert es nicht, dass die Menschen schon vor Tausenden von Jahren versuchten, Zimt nicht nur als Gewürz zu verwenden.

Schon im Altertum war bekannt, dass Zimt antibakteriell und antifungizid wirkt und so dem Fussschweiss einen wohlriechenden Duft verleiht und üblen Fussgeruch so gar nicht entstehen lässt. Ausserdem hält der Zimt die Füsse schön trocken und verhindert so auch Fusspilz und Schrunden. Die Herstellung der ersten Schuhe aus Zimtholz gehen rund 2000 Jahren zurück.

Seit jeher werden dem Zimt liebes fördernde Eigenschaften nachgesagt. So besprühte der weise König Salomon sein Gemach mit Myrrhe, Aloe und Zimtessenz zu, um die Liebesnacht zu würzen. Im persischen Raum wurden Zimt und Honig Salben genutzt, um die Lust und Manneskraft zu stärken.

Im Mittelalter
Der Zimt hatte, wie die meisten Gewürze aus dem Orient, in der Heilkunde des Mittelalters seinen festen Platz. So wurden dem Zimt starke und sehr warme Kräfte zugesagt, welcher die Fehlsäfte mindert und die Heilkräfte des Körpers herbeiführe. Wer von der Gicht oder Malaria befallen ist, solle täglich warmen Zimtwein trinken. Im 16. Jahrhundert wurde der Zimt zum Duft der Zaren. Der englische Arzt Jacob Frenscham wurde von Königin Elisabeth an den Hof des Zaren Boris Godunow geschickt. Mit im Gepäck hatte er einen Vorrat von wohltuenden Arzneimitteln. Unter anderem waren einige Zimtpräparate dabei. Jener Zar soll, bei einer im übrigen sehr ausschweifenden Lebensweise, die Gewohnheit gehabt haben, sich des Kanelbrantweins (Zimtbranntwein) vorzüglich zu bedienen.

Neuzeit
Im 20. Jahrhundert gab es bei einer Magenverstimmung dicken Reisbrei mit viel Zimt und wenig Zucker. Zimt hatte dabei oft die Aufgabe stopfend zu wirken. Ausserdem verlieh der Zimt einen angenehmen Schlaf. Die Magen- und Darmflora reagiert bei Völlegefühl und Blähungen sehr gut auf Zimt. Auch bei Magenbeschwerden, hilft Zimt sehr positiv. Zur Linderung dieser Beschwerden ist die Einnahme eines Teelöffels Zimtpulver ausreichend. Zimt ist ausserdem appetitanregend.

Auch bei Husten, Halsschmerzen und Entzündungen kann Zimt helfen, den Zimt hemmt das Wachstum von Bakterien und Pilzen, wirkt antibiotisch und antibakteriell. So wirkt Zimttee bei Halsschmerzen, Husten und Schnupfen ausgesprochen wohltuend. Zimt soll ausserdem, gründlich durchgekaut, oder in Pulverform, auch gegen Nervenleiden und Depressionen wirken.

Insgesamt lässt sich Zimt eine desinfizierende und krampflösende, durchblutungsfördernde, beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung zu schreiben. Auch bei Entzündungen, Rheuma und Kreuzschmerzen, Erkältungskrankheiten und Schmerzen, kann Zimt helfen.


Ayurveda

Im Ayurveda hat Zimt einen noch höheren Stellenwert - so wird er neben der Ernährung auch bei bestimmten Störungen (zum Beispiel Wechseljahresbeschwerden) empfohlen. Auch in der traditionellen chinesischen Medizin wird Zimt als Heilmittel, beispielsweise bei innerer Kälte, Anspannung und Kreislaufschwäche verwendet. In der Aromatherapie wird Zimt, vor allem wegen seiner stärkenden, erwärmenden sowie Inspiration und Kreativität anregenden Wirkung, eingesetzt.

Aufgrund seiner desinfizierenden Eigenschaften wird Zimt als Zusatz von Wischwasser und von Einlegesohlen, Sommer- und Hausschuhen empfohlen. Daneben wird ihm – wie Zimtaldehyd – die Fähigkeit zur Insektenbekämpfung zugesprochen.

Für besondere Aufregung sorgten Studien, die zeigten, dass Zimt durch seinen Inhaltsstoff MHCP eine insulinähnliche Wirkung hat und so den Blutzuckerspiegel senken kann. Nebenbei zeigten sich positive Auswirkungen auf die Blutfettwerte. Dieser Effekt reicht jedoch nicht aus, um ihn therapeutisch bei Diabetikern einsetzen zu können.


Geschichte
Zimt ist eines der ältesten Gewürze der Welt und wurde schon im Jahre 3000 v. Chr. in China als Gewürz verwendet. Die Chinesen kannten es unter dem Namen Gui und glaubten, dass es einem Unsterblichkeit verleihe. Sie waren es auch, die den Zimt über die frühere Seidenstrasse, in den Nahen Osten exportierten. Die Chinesen waren aber nicht die einzigen, die damals Zimt kultiviert haben. Eine feinere Variante wurde auf dem heutigen Sri Lanka angebaut, das damals noch den Namen Ceylon trug. Diese Zimtsorte ist den meisten bis heute unter dem Namen Ceylon-Zimt bekannt.

Um den Zimt gibt es zahlreichen Mythen und Legenden aus diversen Epochen unserer Zeit. Die Römer glaubten zum Beispiel, dass der Zimt von Zimtvögel stamme und dieser in ihren Nestern gesammelt wird, welche von mutigen Jägern mit Pfeil und Bogen abgeschossen werden. Auch Herodot glaubte 450 v. Chr., dass Zimt auf dem Grund von Seen wächst. Im Mittelalter kam der Zimt direkt aus dem Paradies und wurde in die Fluten des Nil geschwemmt. Dort wurde der Zimt dann von fleissigen Fischern erbeutet.

Zimt war früher ein Zeichen von Exklusivität und Macht. Im Mittelalter wurde der Zimthandel von den Arabern dominiert. Der Weg bis nach Mitteleuropa war lang und gefährlich, was sich auf den Preis auswirkte und Zimt so fast unerschwinglich machte. Durch den hohen Preis motiviert, begannen die Europäer nach der Herkunft des Zimts zu suchen. Es war der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama welcher auf der Insel Ceylon fündig wurde. Die Portugiesen übernahmen kurz darauf die Herrschaft des europäischen Zimtmarktes und diktierten die Preise. 1594 wurde das Zimtmonopol von Holland, durch vorausgehende kriegerische Auseinandersetzungen, übernommen. Später versuchte England, seine Hände in den profitablen Handel zu stecken.

Mit Beginn der Kolonialzeit wurden die Gewürzte dann günstiger. Das Interesse an überwürzten Speisen sank in Europa und somit auch der Preis. Ausserdem gab es grosse Fortschritte in der Medizin, was viele der Gewürze vergessen liess. Die über Jahrhunderte vorhandene Gier nach exotischen Gewürzen kam so zum Erliegen. Die Geniesser setzten vermehrt auf Kaffee, Tee, Zucker und Schokolade, als auf die alten Gewürze.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts konnte sich fast jeder Haushalt eine Prise Zimt leisten. In Mitteleuropa wurde Zimt bald nur für Süßes genutzt. Andere Verwendungen in der Küche und das Wissen über seine Heilkraft, gerieten in Vergessenheit. Heute setzt die Küche und Gastronomie wieder vermehrt auf den altbewährten Zimt. Auch die Wissenschaft erinnert sich zum Glück wieder an die vielen positiven Eigenschaften des Zimts.


Die Zimtpflanze – Botanik und Anbau
Der unverkennbare und betörende Duft und unvergleichliche Geschmack vom Zimt hat nach wie vor etwas Magisches, weckt die Ahnung von Reichtum und fremden Welten. Etwas Wärmendes haftet ihm an, ein Hauch von Exotik, sogar eine Prise Abenteuer. Aber was genau ist eigentlich Zimt? Wo wird der heutzutage angebaut?

Zimt, ist salopp gesagt, nichts anderes als eine Baumrinde von einem Ceylon Zimt Baum (Cinnamomum verum) oder einem Cassias-Zimt (Cinnamomum cassia) Baum.
Der süssere Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum), auch Caneel genannt, wird v.a. in Sri Lanka (früher Ceylon) angebaut. Hingegen wird der kräftigere und schärfere Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia), welcher seinen Urpsrung in China hat, heute auch in Vietnam, Indonesien und auf Sumatra angebaut.

Für den Anbau der Zimtbäume sind Durchschnittstemperaturen von 26-28°C und eine Jahresniederschlags Menge von 2.500 mm erforderlich. Am besten gedeihen die Zimtbäume auf lockerem, sandigem Boden ohne stauende Nässe. Die Ernte findet jeweils am Ende der Regenzeit statt. Währen beim Ceylon-Zimt die Rinde nur von den zarten Wurzelschösslingen abgeschält wird und die Bäume durch ständiges Abschlagen kurz gehalten werden, darf der Cassia-Zimtbaum voll auswachsen. Erst nach vier Jahren wird erstmalig geerntet. Dabei werden ein- bis zweijährige Triebe (Zweige) abgeschnitten und von Blättern befreit. Anschließend wird die Rinde in Handarbeit abgetrennt. Danach wird die Borke und Mittelrinde entfernt um so an das nur millimeterdicke Innere der Rinde zu gelangen. Diese Innenrinde wird dann geschält. Dabei rollt sie sich von selbst auf. Danach werden die aufgerollten Standen in Matten eingewickelt und fermentiert. Die Zimtstangen werden dann zu Pulver gemahlen und mit etwas Ingwer und Süssholz ergänzt, welches dann in unsere Zimtsohlen, FlipFlops, Latschen, Hausschuhe, Pantoffeln und Pantoletten gefüllt wird.


Achtung- Allergiker und Zimt in der Schwangerschaft
Bereits seit längerem ist bekannt, dass Zimt bei empfindlichen Personen auch Allergien hervorrufen kann. In der Schwangerschaft sollte Zimt nur mit Vorsicht genossen werden – weil sein Öl Wehen auslösen kann.